Stilvoll essen im Urlaub

Brigitte.de-Knigge: Stilvoll essen im Urlaub

Eva Ruppert ist Inhaberin des Coburger Instituts Outfit Image Etikette und arbeitet als Imagetrainerin. Sie hat uns verraten, welche Tischmanieren man in den Koffer packen sollte:

„Ganz gleich, ob Sie dienstlich oder privat in fremden Ländern unterwegs sind, die Bereitschaft und Fähigkeit, sich auf die landestypischen Verhaltensweisen und Gebräuche einzustellen, wird Ihnen mehr Sympathie verschaffen als ein paar abgelesene oder auswendig gelernte Regeln. Man schätzt es allgemein, wenn Sie ein paar Worte in der jeweiligen Landessprache sprechen. Im Restaurant werden Sie in den meisten Ländern vom Ober an den Platz geführt. Die Tischmanieren sind unseren sehr ähnlich. Am Urlaubsort geht es eher locker zu, Gemütlichkeit und Wohlbefinden sind höhere Kriterien als steife Etikette. Plätze können getauscht werden, Trinkgelder sind üblich.

Hier einige Stil-Tipps für beliebte Urlaubsländer:

Den Franzosen ist das Essen heilig. Nehmen Sie sich also viel Zeit dafür. Baguette gehört immer dazu, es wird gebrochen, niemals geschnitten. Und es darf gekrümelt werden! Zu einem guten Essen gehört immer auch ein kultiviertes Tischgespräch. In Griechenland ist – jedenfalls bis zum geplanten Rauchverbot im Jahr 2010 – das Rauchen jederzeit erlaubt.Man trifft sich hauptsächlich abends in der Taverne. Bringen Sie Hunger mit, denn es wird reichlich aufgetischt. Es geht zwanglos zu. Sie sollten viel Humor und die Bereitschaft zu emotionalen Debatten mitbringen. In Italien spricht und isst man viel und gern. Halten Sie es beim Weintrinken wie die Italiener: Viel Wasser – wenig Wein. Beschwipst den Nachhauseweg anzutreten, ist anstößig. Geben Sie viel Lob und positives Feedback und treten Sie charmant und hilfsbereit auf. Cappuccino wird gern am Morgen getrunken, niemals aber nach dem Abendessen. In Spanien wird viel Wert auf Essen gelegt, dabei geht es leger und fröhlich zu. Der Gastgeber zahlt, Einzelrechnungen sind inakzeptabel. Das Trinkgeld wird auf dem Tisch liegen gelassen. In der Türkei nie mit der linken Hand essen. Die gilt als unrein, weil sie früher bei Toilettengängen benutzt wurde. Seien Sie für alles offen und probieren Sie. Wenn Sie satt sind, sagen Sie Guten Appetit“. Gähnen bei Tisch zeugt von schlechten Manieren – ebenso ist das Pusten auf heiße Suppen verpönt, weil die Suppe dabei schnell überschwappen kann. Rülpsen dagegen ist erlaubt. Denken Sie daran, dass es außerhalb der Touristengebiete wenig, manchmal sogar keinen Alkohol in den Lokalen gibt. Nackte Haut möglichst bedecken. Die skandinavischen Tischsitten sind wie bei uns, Trinkgelder (10-15%) werden diskret gegeben. Hier geht man zum Rauchen nach draußen. Bei privaten Einladungen ziehen Sie vor dem Betreten des Hauses die Schuhe aus. In Belgien und Luxemburg wird, unter französischem Einfluss, gern und reichlich gegessen, während das Mahl in den Niederlanden (Holland ist eine Region in den Niederlanden!) eher einem Imbiss ähnelt. In den Niederlanden ist Bescheidenheit eine Zierde, verzichten Sie auf allzu protzige Statussymbole.“