Tatoo für die Tochter

Artikel: SO! Die Neue Presse zum Sonntag, Silvester 2016/2017

SO! trägt man das:

eine Tochter ist 15 und möchte sich unbedingt ein Tattoo stechen lassen. Noch vor Jahren hätte ich ihr das nie erlaubt, aber mittlerweise scheinen Tattoos salonfähig geworden zu sein. Vor dem Hintergrund einer späteren Berufswahl: Werden Tätowierungen heute tatsächlich weniger kritisch beäugt? Wie ist Ihr persönlicher Eindruck?

Image-Expterin Eva Ruppert: Generell sind Tattoos keine Hindernisse mehr auf dem Weg zum Traumberuf. Wesentlich für die Karrierechancen ist, in welcher Branche Ihre Tochter arbeiten möchte. Möchte Sie beispielsweise in der Kreativ-, Design- oder Modebranche arbeiten, kann es durchaus sein, dass Tattoos akzeptiert werden.
Möchte Sie auf jeden Fall in einer verantwortungsvollen Position mit Kontakt zu Kunden und Geschäftspartnern arbeiten, wie zum Beispiel im Beratungs- oder Dienstleistungssektor, sollten Tattoos so angebracht sein, dass man sie problemlos mit der Kleidung bedecken kann. Und zwar nicht nur bei winterlichen Temperaturen.
Immerhin hat jeder Mitarbeiter Anteil an der Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Deshalb darf jeder Arbeitgeber, um die Außenwirkung des Unternehmens zu bestimmen, Kleidervorgaben machen, wenn sie sachlich gerechtfertigt sind. Aber auch ohne firmeninterne Dresscodes sollte jedem, der einen Arbeitsvertrag unterschreibt, klar sein, dass das individuelle Image dort endet, wo das Unternehmensimage beginnt.
Ein offenes Gespräch mit Ihrer Tochter könnte bei dieser Entscheidung helfen. Lassen Sie sich folgende Fragen beantworten: Was veranlasst dich, ein Tattoo haben zu wollen? In welchem Körperbereich möchtest du dich stechen lassen? Bist du dir der Konsequenzen bewusst? Und wägen Sie das Für und Wider gemeinsam ab.

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