Outfit für den Aufstieg

Karrierefaktor Kleidung

Ein Anzug in grellen Farben. Ein tiefer Ausschnitt. Oder auffallende Hochwasser-Hosen: Es gibt einige Mode-Fauxpas, die ganz leicht zu umschiffen sind. Wer mit ernsthaften Karriere-Ambitionen in der Berufswelt unterwegs ist, sollte sich allerdings durchaus noch intensiver mit Outfit-Fragen beschäftigen: Denn angemessen und stilvoll gekleidet, kommt man in der Regel sympathischer rüber und wird als kompetenter wahrgenommen – was wiederum die Erfolgs- und Aufstiegschancen deutlich erhöht.
„Ich begegne immer wieder Menschen, die richtig etwas auf dem Kasten haben, aber sich gar nicht um ihre Kleidung kümmern. Darunter kann die Karriere schon einmal richtig leiden“, bestätigt Imagetrainerin Eva Ruppert. Sie betont dabei, wie wichtig gerade im Geschäfts- und Berufsleben der erste Eindruck ist: „Die Arbeitswelt ist hektisch und schnelllebig. Für eine tiefergehende Beurteilung fehlt oft die Zeit und daher wird nicht nur nach der tatsächlichen Leistung entschieden. Das mache ich meinen Seminarteilnehmern immer wieder bewusst.“

Schludriges Outfit ist ein Schwachpunkt

Heißt: Ein schludriges Outfit sorgt für einen mäßigen ersten Eindruck. Und es gibt häufig keine Gelegenheit diesen durch herausragende Leistungen wieder wettzumachen.
„Daher sollte man sich auch von der Furcht freimachen, als oberflächlicher Blender zu gelten, nur weil man in einem überzeugenden Outfit steckt“, so Ruppert. „Die Frage ist: Wer bin ich? Was kann ich? Und wie kann ich das durch meine Kleidung signalisieren?“ Wer diese Fragen einmal für sich gründlich und umfassend beantwortet habe, müsse sich nicht immer wieder den Kopf darüber zerbrechen, was er zur Arbeit anzieht.

Systematisch das passende Outfit suchen

Bewerbern und Berufseinsteigern rät die Expertin, sich anhand einiger Checkpunkte zum richtigen Outfit heranzutasten: Wie sind die Gepflogenheiten in der entsprechenden Branche? Wie sieht der Stil des betreffenden Unternehmens aus? Hinweise dazu finde man häufig auf den Unternehmensseiten, so Ruppert. „Im Idealfall kombinieren Sie ihren persönlichen Stil mit den Garderobeanforderungen des Unternehmens. Das ist das dann authentisch und passend zugleich.“ Eine gewisse Anpassungsbereitschaft sei in diesem Zusammenhang unbedingt nötig. Denn: „Menschen, die uns ähnlich sind, sind uns eben auch sympathisch. Und Sympathien sind nun einmal auch im Berufsleben eine wichtige Währung.“
Im Kleiderschrank hängen bleiben sollten jegliche Textilien aus der Kategorie „Extreme“: Sehr enge, kurze und körperbetonte Outfits seien ebenso verpönt wie total modische Print-Shirts oder ganz legere Sport-Looks. „Selbstverständlich muss die Kleidung auch immer sauber und gepflegt sein. Sonst wirkt auch die Person, die darin steckt, wenig aufmerksam und wenig sorgfältig“, gibt Ruppert zu bedenken. Entscheidend sei dabei auch, die Eyecatcher des Outfits so zu platzieren, dass die Aufmerksamkeit des Gegenübers immer ins Gesicht gelenkt wird. Ruppert: „Giftgrüne Socken oder wild gemusterte Röcke sind daher total out.“

Kein Freibrief für Frauen

Entgegen weit verbreiteter Meinung dürfen Business-Frauen in Kleidungsfragen übrigens nicht mehr Gestaltungsfreiheit für sich beanspruchen als Männer – wie die Imagetrainerin am Beispiel der Sommermode verdeutlicht: „Ich kann doch nicht die kalte Jahreszeit über im adretten Hosenanzug herumlaufen und im Sommer dann schulterfrei, im Minirock und Sandalen zum Meeting kommen. Auch weibliche Angestellte müssen ihr Image konsequent über das ganze Jahr leben.“ Andernfalls gerate Frau womöglich auch in den Verdacht, dass sie mit ihren körperlichen Reizen unzureichende Kompetenzen kaschieren wolle.
Damit der Bürotag im Hochsommer nicht zur schweißtreibenden Angelegenheit wird, empfiehlt Ruppert, auf luftdurchlässige Naturstoffe zurückzugreifen. Und apropos Stoffe: „Diese sollten stets eine geringe Knitteranfälligkeit aufweisen“, sagt Ruppert und fügt an. „Es kommt nicht darauf an, welches Preisschild am Anzug hängt, sondern darauf, dass er gut sitzt und nicht verknittert ist.“
Nach Möglichkeit sollte das Outfit auch nicht komplett in tiefschwarz gehalten sein, betont die Imagetrainerin und verweist auf Erkenntnisse der Farbpsychologie: „Schwarze Mode ist zwar hip und angesagt. Aber ich rate von reinem Schwarz total ab, weil es Distanz und Verschlossenheit ausdrückt – also so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was man doch eigentlich will.“ Graue oder anthrazitfarbene Anzüge hätten dagegen eine viel positivere Wirkung.

Faustformeln von der Expertin

Abschließend formuliert Eva Ruppert noch ein paar knackige Faustregeln für das richtige Business-Outfit:
• Krawatte: „Sie hat bei offiziellen Anlässen nach wie vor eine essentielle Bedeutung. Und dient dazu, das Outfit etwas aufzulockern und die Aufmerksamkeit in das Antlitz der Person zu lenken.“
• Hemd: „Ist am besten in den Farben Weiß oder Eis- und Kadettenblau gehalten und wird niemals mit kurzen Armen zur Krawatte getragen.“
• Lederwaren: „Schuhe, Gürtel und Uhrarmband sollten farblich aufeinander abgestimmt sein.“
• Damenschuh: „Nur so hoch, dass man bequem auch den ganzen Tag über darin gehen und stehen kann.“
• Rock: „Er sollte knieumspielend lang sein und nach Möglichkeit einfarbig.“
• Oberteil: „Sowohl Schultern als auch Achselhöhlen sollten davon bedeckt werden.“
• Ausschnitt: „Darf nur bis zum Brustansatz reichen.“

 

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