Handschlag

Artikel: SO! Die Neue Presse zum Sonntag, 11.02.2017

Stil-Frage: Mitten in der Winter- und Erkältungszeit stellt sich diese Frage besonders aktuell: Ist der Handschlag noch zeitgemäß?

Image-Expertin Eva Ruppert: Grundsätzlich, in seiner nonverbalen Bedeutung, ist der Handschlag noch genauso präsent wie eh und je. Er gehört zu den alltäglichen Ritualen, zeigt er doch die Bereitschaft zur Annäherung an unsere Mitmenschen. Wir unterstreichen mit ihm jede Danksagung und Gratulation. Verzichten wir aus rationalen Gründen rigoros auf den Handschlag, könnte das bei unseren Mitmenschen privat wie geschäftlich Unverständnis hervorrufen.
Aktuell werden laut Weltgesundheitsorganisation bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten per Handschlag übertragen. Das macht nachdenklich. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst, meine Empfehlung sieht folgendermaßen aus:
– Sind Sie erkältet, wird es vom Gegenüber erfahrungsgemäß als sehr positiv wahrgenommen, wenn Sie auf den Handschlag verzichten möchten. Geben Sie dies in kurzen Worten bekannt.
– Müssen Sie niesen oder husten, vermeiden Sie den Einsatz der rechten Hand, denn sie ist die „Gruß-Hand“ und somit für alle hygienischen Maßnahmen tabu. Verwenden Sie beim Niesen Papiertaschentücher oder bei plötzlichem Nasenkitzeln in privater Runde die linke Armbeuge. Haben Sie im formellen Umfeld nicht schnell genug ein Taschentuch zur Hand, niesen Sie nach „Hinten-Links-Unten“.
– Waschen Sie Ihre Hände während der Erkältungszeit deutlich öfter, als Sie dies während des restlichen Jahres tun. Mindestens aber, wenn Sie von draußen kommen, bevor Sie etwas essen und nach dem Toilettengang.

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