Kochen & Knigge für Kids

„Kochen & Knigge für KIDS“ mit Eva Ruppert und Christine Schilling im Kloster Bronnbach

Es ist sehr ruhig in der Orangerie des Klosters Bronnbach. Kaum zu glauben, dass hier 14 Kinder im Raum sind. Doch die Acht- bis Zwölfjährigen sind schließlich hier, um gutes Benehmen zu lernen. Und da gehört es sich nicht, herumzutoben und zu lärmen. Das haben die Kinder ganz ohne Anweisung verstanden.

Zum Kurs „Kochen & Knigge für KIDS“ am Freitagnachmittag hatten die Image-Trainerin Eva Ruppert und Küchenmeisterin Christine Schilling eingeladen. Die jungen Teilnehmer kommen aus der gesamten Region. Es sind fast immer die gleichen Antworten, die beim Spiel „Der rasende Reporter“ kommen, wenn die Kinder von ihrem Nachbarn nach den Beweggründen für deren Teilnahme gefragt werden. Diese reichen von „Meine Mutter hat mich geschickt“ bis „Ich bin öfter in höherer Gesellschaft und will deshalb lernen, wie man sich richtig benimmt.“ Doch am häufigsten wollen die Kinder wissen, wie man sich im Umgang mit anderen richtig verhält. Die ersten Verhaltensregeln bekommen sie dann auch gleich von der Trainerin vermittelt: „Es redet immer nur einer, wir rennen nicht und schubsen niemanden und schreien nicht rum.“ Im Laufe des Nachmittags stehen zum Großteil für Erwachsene recht profane Dinge auf der Benimmliste, wobei die Kinder zunächst selbst erarbeiten, was ihnen zum jeweiligen Thema am wichtigsten ist.

Drei Zauberwörter
Damit die Theorie nicht überhand nimmt und die Aufmerksamkeit hoch bleibt, teilen die Verantwortlichen die 14 Kinder in zwei Gruppen ein. Während die Jüngeren das korrekte Grüßen, das Vorstellen und die richtige Verwendung der drei Zauberwörter „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“ erarbeiten und einüben, machen sich die Älteren in der Küche zu schaffen.

Dort hacken sie unter Anleitung von Christine Schilling und ihrem Mitarbeiter Marcel Künzig mit Begeisterung Knoblauch, enthäuten Tomaten und zerlegen Hähnchenschlegel. Dabei kristallisieren sich sehr schnell wahre Kochtalente heraus. Während sein Nachbar sich noch etwas ziert, ist beispielsweise der zwölfjährige Tim mit Begeisterung bei der Sache, wenn es das geht, Hähnchenschlegel für das Anbraten vorzubereiten. Auch wenn ihm Künzig Talent als Koch bescheinigt, kann er sich nicht vorstellen, einmal diesen Beruf zu ergreifen.

Auf der Speisenfolge des Drei-Gang-Menüs steht an diesem Nachmittag Feldsalat mit Vinaigrette und Brotcroutons mit Speckstreifen, Hähnchenschlegel in Rosmarin gebraten mit Tomaten-Spaghetti sowie frischer Obstsalat mit Vanilleeis.

Als weitere Benimmregel steht das richtige Verhalten bei Tisch auf dem Programm. Dazu gehört auch, den Tisch zu decken. Beim gemeinsamen Essen lernen die Kinder anschließend, wie man richtig mit Messer und Gabel umgeht und dass Salat nicht geschnitten wird, sondern bestenfalls mit dem „Esswerkzeug“ kleingezupft wird.

Freude kommt auf, als die Trainerin beim Hauptgang erklärt, dass Hähnchenschlegel „Fingerfood“ sind und man diese nicht mit Messer und Gabel isst, sondern in die Hand nehmen darf. Fachgerecht drehen die Kinder die Spaghetti auf die Gabel auf, wobei Ruppert verdeutlicht, dass dabei nur in Deutschland der Löffel zu Hilfe genommen wird.

Unappetitliche Themen vermeiden

Auch über die richtige Unterhaltung bei Tisch lernen die Kinder allerhand an diesem Nachmittag. Man sollte unappetitliche Themen vermeiden und auch wenn es nicht schmeckt, müsse man zumindest probieren und sollte taktvoll sein, erklärt eine der Teilnehmerinnen – um sofort glaubhaft zu versichern: „Das, was es hier gibt, schmeckt aber wirklich ganz toll.“

Am Ende bekommen die jungen Teilnehmer auch noch beigebracht, wie man den Tisch wieder abräumt, was mit den Resten geschehen soll und wie wichtig Mülltrennung ist. Der Unterschied zwischen den einzelnen Altersklassen sei doch relativ groß, bemerkt die Trainerin. Zwar hätten sich alle sehr viel Mühe gegeben, aber für sich nehme sie aus dem Seminar mit, dass das Mindestalter bei etwa zehn Jahren liegen sollte. Eine Feststellung, die auch die Küchenmeisterin unterstreicht, auch wenn sie sehr zufrieden ist mit den Leistungen, die ihre „Küchencrew“ gezeigt hat.

Den Kindern jedenfalls scheint es sehr gut gefallen zu haben und jeder verabschiedet sich formvollendet mit Handschlag.

Link zum PDF: Ein Nachmittag voller guter Benimm-Tipps