Familienwoche in Wildbad Kreuth

Familienwoche in Wildbad Kreuth

Eingerahmt von einem beeindruckenden Gebirgspanorama erlebten die 120 Teilnehmer der Familienwoche vom 1. bis 6. Juni in Wildbad Kreuth ihre Pfingstferien auf ganz besondere Art. Mit einem Spruch vom englischen Philosophen Francis Bacon „Wissen ist Macht (Knowledge is power)“ eröffnete die Referatsleiterin Dr. Bok-Suk Ziegler die Familienwoche, die in diesem Jahr als Pilotprojekt in Wildbad Kreuth durchgeführt wurde. Dr. Ziegler betonte neben der Rolle der Familie auch die Bedeutung des Wissens in der heutigen globalisierten Wissens- und Informationsgesellschaft.
Aufgeteilt in vier Gruppen wurden in den täglichen Seminarzeiten verschiedene Themenschwerpunkte vermittelt. Während die Elterngruppe sich mit den Themen Erziehungsknigge, moderne Kommunikationsmedien und gelingendes Familienleben auseinandersetzte, lernten die Jugendlichen u.a. Kommunikation in Facebook, Twitter & Co., Benimmregeln und das richtige Präsentieren.
„Jetzt benimm Dich doch mal!“ – schnell ist diese Ermahnung ausgesprochen. Aber wissen die Eltern immer genau, wie sie das, was ihnen wichtig ist, konkret in der Erziehung ihrer Kinder umsetzen können? Eines steht fest: Eltern haben einen maßgeblichen Einfluss auf die „gute Kinderstube“ ihrer Kinder. Diese können Kinder Schritt für Schritt lernen, je früher desto besser. Bei der Vorstellungsrunde am Freitagabend gaben die Eltern ihre Unsicherheit diesbezüglich freimütig zu und wollten die Benimmregeln lernen. Die erfahrene Image-Trainerin Eva Ruppert erläuterte den modernen Knigge und gab Tipps in ansprechender Form. Darüber hinaus bot das Seminar den Familien ein Forum, in dem sie ihre Erfahrungen, Sorgen und Fragen mit ausgewiesenen Experten diskutieren und sich mit anderen Familien austauschen konnten.
Als Vertreter der Generation „digital natives“ referierte der Student Andreas Freund zum Thema „Kinder im Banne moderner Kommunikationsmedien“. Der Referent konstatierte, dass das Internet für seine Generation und die Jugendlichen keine virtuelle sondern eine Erweiterung der realen Welt ist, womit die Eltern umzugehen wissen sollten. Der Referent prognostizierte, dass für die „digital natives“ die Sozialen Netzwerke Teil ihres Lebens sind und auch künftig so bleiben werden.
Beim Jugendseminar ging es hauptsächlich um gutes Benehmen und das richtige Präsentieren. Die Benimm-Trainerin Eva Ruppert und die Pädagogin Dr. Silvia Dollinger von der Universität Passau vermittelten den Jugendlichen Werte, die weit über das bloße Einhalten von Regeln hinaus gehen und die Präsentationsmethodik des Ausgearbeiteten. Die Bausteine des Jugendprogramms waren mit Fallbeispielen illustriert und altersgerechter Methodik vermittelt. Die Teilnehmer lernten spielerisch wie gut es tut, höflich, aufmerksam und rücksichtsvoll zu sein. Das Erlernte wird für die Jugendlichen sowohl in der Familie als auch in der Schule und später im Vorstellungsgespräch bzw. Praktikum von großem Nutzen sein.
Am letzten Tag der Familienwoche präsentierten alle vier Gruppen ihr Gelerntes. Jede Gruppe präsentierte mit großem Engagement. Vor allem die Kinder und Jugendlichen demonstrierten ihre Talente und Begabungen und versetzten damit die zuschauenden Eltern in Erstaunen und Begeisterung.
Ein Höhepunkt war der gemeinsame Kirchenbesuch am Trinitatis-Sonntag in Kreuth – sowohl die katholischen als auch die evangelischen Familien hatten die Möglichkeit am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen. Dieses Angebot wurde von nahezu allen in Anspruch genommen. Dabei gingen die Geistlichen insbesondere auf das Thema Familie ein und freuten sich über die gut gefüllten Gotteshäuser. Ergänzt wurde das Sonntagsprogramm durch zwei offene Veranstaltungen (Improtheater und Naturwanderung) am Nachmittag.
Die zuständige Referatsleiterin Dr. Ziegler verabschiedete die Teilnehmer des rundum gelungenen Familienseminars mit einem Goethe-Zitat: „Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

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