Sonnenbrille

Artikel: SO! Die Neue Presse zum Sonntag, 03.09.2016

So! trägt man das:

Sonnenbrillen sind längst zu modischen Accessoire geworden. Welche Regeln gelten beim Tragen? Wann setzt man sie ab?

Stilberaterin Eva Ruppert:
Es gibt extrem sonnige Momente und es gibt Menschen mit lichtempfindlichen Augen. Beides rechtfertigt das Tragen einer Sonnenbrille. Aber niemand sieht wirklich cool aus, wenn er selbst in der Tiefgarage eine Sonnenbrille trägt. Hinter den dunklen Gläsern geht viel von der individuellen Mimik verloren. Das Aufbehalten einer Sonnenbrille in Gebäuden oder an wolkenverhangenen Tagen wirkt auf mich eher wie in „Nicht-gesehen-werden-wollen“. Das würde ich bei Teenagern noch akzeptieren, aber nicht bei erwachsenen Menschen. Grundsätzlich würde ich versuchen, bei jedem persönlichen Gespräch die Sonnenbrille abzunehmen. Ist man jedoch zum Beispiel als Architekt mit Kunden auf der sonnendurchfluteten Baustelle, kann man den Gesprächspartner höflich fragen, ob es für ihn akzeptabel ist, wenn man die Sonnenbrille aufbehält.
Bereits vor dem Betreten eines Restaurants oder von Privaträumen eines Gastgebers empfehle ich, die Brille abzunehmen. Blendet jedoch die Sonne auf der Terrasse so stark, sodass man die Augen kaum aufbehalten kann, dann ist das für ein angenehmes Gespräch wenig förderlich. Also auch hier fragen, ob es okay ist. Unter Freunden und guten Bekannten existiert meist ein Einverständnis, die Sonnenbrille aufzubehalten. Wenn alle damit einverstanden sind, spricht nichts dagegen.
Die Sonnenbrille wird in erster Linie zum Schutz der Augen getragen. Es ist sicher kein Fauxpas, sie bei sonnigem Wetter mal kurz ins Haar zu schieben. Sie aber dauerhaft als Haarreif zu tragen, finde ich albern. Hinzu kommt, dass durch das Aufsetzen auf den Oberkopf der Brillenrahmen ausgeleiert werden kann.

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