Reste vom Essen einpacken?

Artikel: SO! Die Neue Presse zum Sonntag, 05.11.2016

So! trägt man das:

Ich habe nun schon zum zweiten Mal im Restaurant erlebt, dass sich Gäste die Reste ihres Essens haben einpacken lassen. Macht man das?

Stilberaterin Eva Ruppert: Als Doggy Bag bezeichnet man eine Tüte, in der Gäste nach dem Essen verbliebene Reste mit nach Hause nehmen. Offiziell heißt es natürlich „für den Hund“, daher auch der Name. De facto sind die Reste jedoch meist für die Gäste selbst oder für Daheimgebliebene.
Während es in den USA mittlerweile nicht mehr notwendig ist, den Hund vorzuschieben (man bittet als Gast den Kellner lediglich um eine „box“), scheint sich diese Freimütigkeit in Deutschland nur ganz allmählich durchzusetzen. Sie sollten sich deshalb auch nicht wundern, wenn Gäste am Nebentisch etwas pikiert dreinschauen.
Gegen die Etikette verstößt das jedoch nicht. Im Gegenteil, gerade in unserer globalisierten Wegwerfgesellschaft kann man es auch als ein Zeichen von Respekt sehen gegenüber Menschen, die es sich nicht leisten können, in Restaurants zu speisen oder gutes Essen einfach wegzuwerfen.
Meine Erfahrung ist, dass in Restaurants mit aufmerksamem Servicepersonal der Kellner dem Gast von sich aus anbietet, das übrig gebliebene Essen einzupacken. Allerding sollte man es nicht übertreiben, ein Kartöffelchen oder ein Blatt Salat lohnen sich nun wirklich nicht.
Wenn Sie mit Gästen zum Essen sind, sollten Sie generell genau abwägen, welchen Eindruck Sie mit der Bitte um eine Doggy Bag möglicherweise bei Ihren Gästen hinterlassen und ob Sie nicht die Atmosphäre bei Tisch damit zunichtemachen. Ansonsten steht verantwortungsbewusstes und sozial korrektes Handeln jedem gut zu Gesicht – ob mit oder ohne Hund.

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